freier-wille


Willensbildung

Die jüngste wissenschaftliche Forschung behauptet, dass der Mensch wenn überhaupt nur sehr begrenzt einen freien Willen hat. Auch in juristischen Kreisen ist der Wille nicht endgültig eindeutig definiert. Stichwort: subjektive Theorie - objektive Theorie. Der freie Wille ist aber sehr wichtig, z.B. für die Geschäftsfähigkeit und die Frage, wann eine Betreuung gegen den Willen des Betroffenen eingerichtet werden darf. Das BGH erklärte im Zusammenhang mit dem Betreuungsrecht:

(BGH, Urteil v. 05.12.1995 - XI ZR 70/95 (KG))

"Ein Ausschluß der freien Willensbestimmung liegt vor, wenn jemand nicht imstande ist, seinen Willen frei und unbeeinflußt von der vorliegenden Geistesstörung zu bilden und nach zutreffend gewonnenen Einsichten zu handeln. Abzustellen ist dabei darauf, ob eine freie Entscheidung nach Abwägung des Für und Wider bei sachlicher Prüfung der in Betracht kommenden Gesichtspunkte möglich ist oder ob umgekehrt von einer freien Willensbildung nicht mehr gesprochen werden kann, etwa weil infolge der Geistesstörung Einflüsse dritter Personen den Willen übermäßig beherrschen (BGH, NJW 1953, 1342 = LM § 739 ZPO Nr. 2; NJW 1970, 1680 (1681) = LM § 104 BGB Nr. 7; WM 1984, 1063 (1064))."

Das heißt: Entscheidend ist, ob die Erkrankung oder Behinderung einen so großen Einfluss hat, dass sie Entscheidungen entscheidend beeinflusst. Juristisch hat der Mensch dann "nur" einen " natürlichen Willen". Der Betroffene ist nicht gezwungen nach der gewonnenen Einsicht zu handeln, um seinen "freien Willen" zu dokumentieren. Er muß nur "imstande", also in der Lage sein, nach den Einsichten zu handeln. Die Einflüsse Dritter, also auch von Ärzten, Betreuern, etc. dürfen die Willensbildung nicht übermäßig beherschen.

Vernünftig zu handeln, hat mit der freien Willensbildung, wenn überhaupt, dann nur bedingt etwas zu tun. Es kommt lediglich darauf an, dass die Erkrankung/Behinderung nicht die Ursache für die Unvernunft ist. Menschen sind ja häufig beeinflusst und auch unvernünftig. Deshalb verfügen sie juristisch dennoch über einen "freien Willen". Sonst wären sie ja nicht geschäftsfähig.

Was ist Ihnen diese Information wert?

Zurück

Natürlicher Wille

Juristisch wird zwischen Menschen mit "freiem Willen" und solchen, die "nur" einen "natürlichen Willen" haben unterschieden. Das dient der Rechtssicherheit insbesondere des Geschäftslebens. Wissenschaftlich und ehtisch ist dieses Konzept nicht zu rechtfertigen. Die strenge Abgenzung wird auch nicht praktiziert. Gesetzlich Betreute haben eigentlich keinen "freien Willen", sonst wäre die Voraussetzung der gesetzlichen Betreuung nicht erfüllt. Sie sind aber meisten geschäftsfähig, was wiederum juristisch besagt, dass sie einen "freien Willen" haben. Wissenschaftlich ist es äußerst zweifelhaft, ob der Mensch einen "freien Willen" hat.

Was ist Ihnen diese Information wert?

Zurück

siehe auch: Willensbildung, Einwilligungsfähigkeit, Geschäftsfähigkeit, Freier Wille, Betreuungsrecht

end content -->
end of the left (by default at least) column -->

siehe auch: Einwilligungsfähigkeit, Natürlicher Wille,Geschäftsfähigkeit, Betreuungsrecht, Freier Wille, Wille

Saved in parser cache with key dewiki:pcache:idhash:261238-1!1!0!1!0!1!0 and timestamp 20040715101453 --> end content -->
end of the left (by default at least) column -->



Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!